Vom Wandzeitungsredakteur zum Layouter

In meinem beruflichen Entwicklungsweg gab es vier Hauptbereiche, die sich alle sehr geradlinig in die heutige Richtung bewegten. Das heißt nicht unbedingt, dass ich schon immer wusste, was ich beruflich machen will. Aber tatsächlich habe ich „irgendwie“ schon vor der Schule lesen gelernt, habe in der ersten Klasse den „Winnetou“ in Frakturschrift gelesen und z.B. Geburtstagskarten typografisch sehr gerne gestaltet. Tatsächlich kann man auch die Aktivitäten aus meinem Schulleben dazunehmen: Hier hatte ich mich immer um die Gestaltung der Wandzeitungen gekümmert. Schade, dass davon keine Fotos existieren – einige sahen wirklich sehr gelungen aus! Der Slogan „Vom Wandzeitungsredakteur zum Layouter“ ist also durchaus ernst gemeint!

Berufsausbildung und Bleisatz

Im Jahr 1980 begann meine Berufsausbildung zum Schriftsetzer in der Berliner Berufsschule „Rudi Arndt“. Der Ausbildungsbetrieb (und mein erster Arbeitgeber) war die damalige Druckerei Märkische Volksstimme. Als Lehrling stand ich noch am Setzkasten, beruflich war dann die Richtung des Maschinensatzes bestimmend.

Studium und Fotosatz

1986 delegierte mich die „Märkische Volksstimme“ auf mein eigenes Betreiben hin zum Polygrafie-Studium nach Leipzig. Geplant war, dass hier der Schwerpunkt im Erlernen des aufkommenden Fotosatzes liegen sollte und ich letztendlich später die Abteilung Fotosatz leiten sollte.

Wende und Verlagsproduktion

Nach der Wende wurde schnell klar, dass der umgewandelte Verlag „Märkische Allgemeine Zeitung“ lediglich die Zeitungsprduktion behalten würde. Ich wechselte zum Konkurrenten, in den Verlag der „Potsdamer Neusten Nachrichten“. Hier lernte ich in relativ kurzer Zeit (und nebenbei) die Arbeit mit Layout- und Bildbearbeitungsprogrammen kennen, beherrschen und lieben.
Nach vier Jahren begann ich als Layouter im Babelsberger UNZE-Verlag zu arbeiten – arbeitstechnisch war das die interessanteste Phase meiner Angestelltenzeit. Aus Bild- und Textmaterial mussten in kurzer Zeit interessante, gut lesbare und korrekt layoutete Zeitschriften gebaut werden.
Auch hier gab es einen Wechsel: Nach vier Jahren fing ich in der Druckerei Arnold an, die eine längere Zeit in Babelsberg das Satzstudio als „Außenposten“ betrieb.

Selbstständigkeit und Internet

2001 setzte ich mich ein komplettes Jahr vollzeit auf die Schulbank und stieg in die Geheimnisse der Gestaltung von Internetseiten ein. Und seit 2002 arbeite ich nun in der jetzigen Form als mein eigener Chef. Mit wechselnden festen Auftragspartnern, teilweise als freier Mitstreiter in Potsdamer Werbeagenturen – aber inzwischen seit Jahren dauerhaft mit Büro in der Wohnung am Weberplatz.
So sehe ich auch den weiteren Weg: Zuverlässig und pünktlich will ich weiter meine bisherige Angebotspalette beibehalten und weiter für alle Auftraggeber da sein.
Ivo Olias